© Markus Pacher-Deutsch
„Hecken für Hühner“ – Untersuchungen zur nachhaltigen Gestaltung des Auslaufs in der Freilandhühnerhaltung zur Etablierung resilienter Produktionssysteme und zur Stärkung der Biodiversität in der Landwirtschaft
Das Forschungsprojekt verfolgte das Ziel, innovative Ansätze für eine tiergerechtere und umweltfreundlichere Hühnerhaltung zu entwickeln. Im Bereich Tierernährung stand die Entwicklung und Bewertung nicht-invasiver Methoden zur Quantifizierung der Futteraufnahme im Fokus. Dabei wurden zwei innovative Ansätze eingesetzt: n-Alkane als Biomarker und Nahinfrarotspektroskopie (NIRS). Die n-Alkan-Methode erwies sich mit einer Wiederfindungsrate von 30 bis 44% und einer Genauigkeit von lediglich 2,80% als sehr präzise. NIRS hingegen stellte sich als schnelle, kostengünstige Alternative heraus, wobei sie zu einer leichten Überschätzung der Futteraufnahme (3,40%) neigte. Beide Methoden bieten Landwirten praktische Werkzeuge, um Fütterungsstrategien zu optimieren und das Tierwohl zu fördern, wobei NIRS besonders für den betrieblichen Alltag geeignet ist.
Im Bereich Verhalten wurde die Auswirkung einer Bepflanzung der Ausläufe mit heimischen Sträuchern (z.B. Feldahorn, Hundsrose, Hasel, Liguster, Schwarzer Holunder, Wolliger Schneeball, Hartriegel) auf die Flächennutzung der Hennen untersucht. Ziel war es, zu zeigen, dass eine erhöhte Strukturierung der Freiflächen dazu führt, dass mehr Hühner den Auslauf nutzen und sich gleichmäßiger auf der gesamten Fläche verteilen. Tatsächlich wurde dieses Ergebnis bestätigt: Die zusätzliche Beschattung, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten und der verbesserte Schutz vor Räubern motivierten die Tiere, den Auslauf intensiver und gleichmäßiger zu nutzen.
Im Bereich Biodiversität lag der Fokus auf dem Einfluss von Hecken auf die Arthropodenvielfalt in Hühnerausläufen. An elf Standorten in Österreich (sechs mit Hecken, fünf ohne) wurden über zwei Jahre (2023 und 2024) in den Monaten Mai, Juni und Juli Arthropoden mittels Malaise-Fallen gesammelt. Die Standorte unterschieden sich in Bewirtschaftungspraktiken und Heckenstruktur, was die Untersuchung realistischer Bedingungen ermöglichte. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob und wie Hecken die Artenvielfalt von Arthropoden in der Hühnerhaltung fördern können.
Die Ergebnisse des Projekts unterstreichen, dass strukturreiche Ausläufe mit heimischen Sträuchern und Hecken sowohl das Tierwohl als auch die Biodiversität in der Freilandhühnerhaltung erheblich verbessern können. Die Integration innovativer Methoden zur Futteraufnahme ermöglicht eine angepasste und nachhaltige Fütterung, während die gezielte Strukturierung der Ausläufe das Verhalten der Hennen positiv beeinflusst und gleichzeitig Lebensräume für zahlreiche Insektenarten schafft. Insgesamt leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung resilienter und umweltfreundlicher Produktionssysteme in der Landwirtschaft.