Detailaufnahme eines befüllten Behälters mit teilweise geschlossener Schwimmdecke

© HBLFA Raumberg-Gumpenstein / Roland Gutwenger

Güllezusätze und deren Emissionsminderungspotential

Das Projekt EmiSladd untersuchte das Emissionsminderungspotential ausgewählter Güllezusätze während der Lagerung unter praxisnahen Bedingungen. In einer eigens entwickelten und validierten Versuchsanlage an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurden gasförmige Emissionen aus Rinder- und Schweinegülle kontinuierlich erfasst. Im Mittelpunkt standen Ammoniak, Methan, Lachgas, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff. Ergänzend wurden olfaktometrische Messungen sowie die Ausbildung von Schwimmdecken beurteilt.

Beim Additiv Mooseck Sohle 6-7 führte die Zugabe von Calciumsulfat über einen dreiwöchigen Lagerzeitraum zu einer signifikanten Verringerung der Ammoniakemissionen um etwa ein Fünftel. Parallel dazu wurde ein geringfügig niedrigerer pH-Wert der behandelten Gülle gemessen. Für Methan, Lachgas und Kohlendioxid ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen behandelter und unbehandelter Gülle. Auch die Schwefelwasserstoffemissionen blieben unverändert, wobei aufgrund der Sulfatform des Schwefels kein erhöhtes Gefährdungspotential festgestellt wurde. Olfaktometrisch konnten keine Unterschiede nachgewiesen werden; die Schwimmdecke war bei der behandelten Variante etwas schwächer ausgeprägt.

Die Untersuchung des Additivs Eminex über eine dreimonatige Lagerdauer zeigte eine ausgeprägte Reduktion der klimarelevanten Emissionen. Die Methanfreisetzung wurde hochsignifikant um nahezu 90 % vermindert. Zusätzlich gingen die Emissionen von Kohlendioxid und Lachgas zurück, was in einer deutlichen Reduktion der Treibhausgasäquivalente resultierte. Gleichzeitig wurde jedoch eine leichte Zunahme der Ammoniakemissionen beobachtet. Die olfaktometrischen Ergebnisse zeigten keine konsistenten Unterschiede, während die Bildung einer stabilen Schwimmdecke weitgehend verhindert wurde.

Im Projekt Ammosafe wurden technisch behandelte Güllen untersucht. Gestrippte Varianten zeigten deutlich höhere Ammoniakemissionen als Rohgülle, was mit erhöhten pH-Werten in Zusammenhang stand. Aufgrund fehlender Wiederholungen sind diese Ergebnisse als explorativ zu bewerten.

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