LeTe-Protein Projektlogo mit Wasserlinsen und Mehlkäferlarven

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Gewinnung von nachhaltigen Proteinquellen (Wasserlinse und Mehlkäferlarve) mit Nebenrohstoffen und Einsatz in der Aquakultur

Das Projekt LeTe-Protein hatte zum Ziel sowohl das Potential als auch die Herausforderungen bei der Gewinnung der Proteinquellen kleine Wasserlinse (Lemna minor) und Mehlkäferlarve (Tenebrio molitor) als Rohstoffe für die Futtermittelproduktion zu erarbeiten.

Hierzu wurden zwei Hauptziele zur Verwertung von Reststoffen verfolgt. Einerseits wurden Reststoffe aus der Kräuterverarbeitung als Substrat für die Mehlkäferlarven eingesetzt. Andererseits wurde das nährstoffreiche Fischrestwasser aus der Kreislaufanlage zur Produktion der kleinen Wasserlinse herangezogen.

Die Wasserlinsenproduktion erfolgte zweistufig. Gestartet wurde mit der Kultivierung der kleinen Wasserlinse in einer Versuchsanlage mit circa 8 m2 und der anschließenden Skalierung auf 100 m2. Insgesamt zeigten die Pflanzen sehr hohe Proteingehalte zw. 33 und 42,5 % Rohprotein in der Trockenmasse. Die Erntemengen an Wasserlinsen stiegen hier bis zum Projektende nahezu kontinuierlich an. Allerdings zeigte sich auch, dass Wasserlinsen sehr stark zur Akkumulation von Elementen neigen. Neben hohen Gehalten an Schwefel, Zink oder Mangan, wiesen die Proben auch sehr hohe Gehalte an Arsen, Blei oder Cadmium auf und lagen damit im Einzelfall sogar über den zulässigen Höchstgehalten der RL 2002/32/EG.

Auch die Produktion der Mehlkäferlarven konnte seit Projektbeginn stark vergrößert werden. Die Größe der Population, die Haltungsbedingungen und auch viele Arbeitsschritte wurden im Laufe des Projektes optimiert. Zur Ermittlung des optimalen Haltungssubstrates wurden Mehlkäferlarven mit verschiedensten Nebenprodukten aus der Kräuter- und Körnerverarbeitung gefüttert. Die Ergebnisse zeigten, dass Roggengrünmehlpellets vor allem für Käfer eine gute Alternative zum Standardsubstrat darstellen. Bei Larven, die mit Öllein-Nebenprodukten gefüttert wurden, konnte der Anteil an Omega-3-Fettsäuren von 1-2 g/100 g Fett, auf 15-32 g/100 g Fettsäuren gesamt erhöht werden.

In einem Fütterungsversuch mit Bachsaiblingen (Salvelinus fontinalis) wurde die Akzeptanz des Versuchsfutters im Vergleich zu herkömmlichem Fischfutter getestet. Allerdings wiesen die Versuchsfische im Vergleich zur Kontrollgruppe eine deutliche gelb-grünliche Färbung vor allem am Bauch und an den Flossen auf, was vermutlich auf die hohen Carotinoidgehalte der Wasserlinse zurückzuführen, aber noch weiter zu evaluieren ist.

Das Projekt LeTe-Protein hat damit den Grundstein für eine kreislauforientierte Fischfutterproduktion gelegt, zeigt aber auch Hindernisse auf, die es noch zu erforschen gilt, um regionale, hochwertige Proteinquellen als Fischfutter zu nutzen.

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