Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen auf einem Feld, die in einem Kreis stehen. Eine Person untersucht Erde, die auf einem Tisch liegt. Die anderen Personen sehen dabei zu.

© Reinhard Gessl, FiBL

„Bio-Forschungsnetzwerk“: Ausarbeitung und wissenschaftliche Evaluierung geeigneter Optionen für die Einrichtung einer Vernetzungsstelle für die Forschung zur biologischen Landwirtschaft in Österreich

Im Rahmen des Projekts wurden evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für die Einrichtung eines Bio-Forschungsnetzwerks (BFN) in Österreich erarbeitet, insbesondere hinsichtlich Aufgabenbereichen, institutioneller Verankerung und Ressourcenausstattung.

Die Analyse des Bio-Wissenssystems zeigt Defizite in der Kooperation, der strategischen Abstimmung und im Wissenstransfer. Forschungsaktivitäten erfolgen überwiegend projektbezogen und sind nur begrenzt koordiniert; eine übergreifende Forschungsstrategie zur Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft gibt es nicht.

Die internationale Umfeldanalyse belegt, dass erfolgreiche Bio-Forschungsnetzwerke durch langfristige institutionelle Verankerung, klare Koordinationsfunktionen, ausreichende finanzielle Ressourcen sowie Praxisintegration gekennzeichnet sind. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass solche Strukturen zur verbesserten Vernetzung, verstärkter Praxiswirkung sowie zu verstärkter Akquise nationaler und internationaler Mittel beitragen.

Die Expert:innen-Interviews bestätigen den Bedarf an verbesserter Koordination und strategischer Ausrichtung der biologischen Agrarforschung. Ein BFN wird mehrheitlich als geeignetes Instrument zur Förderung inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit sowie zur Nutzung von Synergien bewertet. Gleichzeitig werden Risiken hinsichtlich potenzieller Bürokratisierung, der Sicherstellung wissenschaftlicher Autonomie und der langfristigen Finanzierung identifiziert. Eine Online-Befragung von 113 Biobetrieben zeigt eine hohe Beteiligungsbereitschaft: 91% der Befragten äußerten Interesse an Forschungskooperationen. Die Ergebnisse verdeutlichen das Innovationspotenzial von Biobetrieben, das in der Forschung verstärkt systematisch genutzt werden könnte.

Auf Basis der Analysen wurden vier Umsetzungsvarianten für ein BFN entwickelt. Die Bewertung durch Expert:innen zeigt eine klare Präferenz für Variante 2 mit Fokus auf Forschung und Praxis, die koordinierende Funktionen innerhalb der Forschung mit der Integration der Praxis verbindet.

Die Wirksamkeit eines BFN hängt u.a. von einer geeigneten Organisationsstruktur, ausreichender und langfristiger Ressourcenausstattung sowie der Kooperation der beteiligten Institutionen ab. Die Studie kommt zum Schluss, dass ein BFN ein Instrument zur Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft in Österreich darstellen kann, insbesondere zur Stärkung inter- und transdisziplinärer Ansätze sowie Praxisrelevanz der Forschungsaktivitäten.

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