Nahaufnahme Versuchsfeld 4 - Dünger + Basalt

© Thomas Rinder

BaLance CO2 – Basalt als Mineraldünger in der Landwirtschaft zur Speicherung von CO2

Im vorliegenden Projekt wurde untersucht, inwieweit die Applikation von feingemahlenem Basaltgestein im Grünland zur CO₂-Speicherung im Sinne des Enhanced Weathering beiträgt und welche Auswirkungen das auf Boden, Pflanzenwachstum und Nährstoffdynamik hat. Grundlage bildete ein mehrjähriger Feldversuch auf österreichischem Dauergrünland mit verschiedenen Behandlungsvarianten (Kontrolle, Gülle, Basalt, Kombination Basalt + Gülle).

Die Ergebnisse zeigen, dass Basaltmehl als Maßnahme zur Bodenverbesserung wirksam ist, und eine moderate direkte Wirkung auf den Ertrag entfaltet. Während die höchsten Trockenmasse-Erträge durch organische Düngung erzielt wurden, zeigte die kombinierte Anwendung von Basalt und Dünger die stärkste relative Ertragssteigerung, was auf einen synergistischen Effekt hinweist. Im konkreten Versuch wirkte Basalt primär indirekt durch die Verbesserung der Standortbedingungen und der Nährstoffeffizienz. Ein wesentlicher Effekt besteht in der deutlichen Förderung von Leguminosen, wodurch sich der Rohproteingehalt des Futters erhöht und die Stickstoffdynamik positiv beeinflusst wird.

Auf bodenchemischer Ebene wurde eine nachhaltige Erhöhung des pH-Wertes beobachtet, die auf die Basaltverwitterung zurückzuführen ist. Diese pH-Anhebung verbessert die Verfügbarkeit von Nährstoffen und stimuliert biologische Prozesse im Boden. Die Ergebnisse zeigen, dass Basalt keine direkte Erhöhung der pflanzenverfügbaren Phosphorpools bewirkt, sondern vor allem die biologische Dynamik des Nährstoffkreislaufs aktiviert. Die erhöhte Aufnahme von Stickstoff und Phosphor ist überwiegend auf mikrobiell vermittelte Prozesse

sowie Veränderungen in der Pflanzenzusammensetzung zurückzuführen. Im Hinblick auf die Klimawirkung bestätigt der Versuch die grundlegende Funktionsweise des Enhanced Weathering, zeigt aber deutliche Einschränkungen in der praktischen Umsetzung. Die theoretischen CO₂-Speicherpotenziale des eingesetzten Basalts sind hoch, die tatsächlich gemessene CO₂-Speicherung über den Austrag von Bikarbonat ist kurzfristig über die Versuchsdauer nicht nachweisbar. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die freigesetzten Kationen im Boden weitgehend gebunden werden und somit der notwendige Export von Ladungsträgern ausbleibt. Die gebildete Alkalinität kann daher nicht stabil aus dem System ausgetragen werden und wird durch interne Reaktionen wieder abgebaut. Der Klimanutzen

ist daher kurzfristig stark limitiert und potenziell erst auf längeren Zeitskalen relevant.

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor betrifft die Langzeitentwicklung des Systems. Mit zunehmender Sättigung der Sorptionskapazitäten im Boden könnte sich der derzeit geringe Austrag von Kationen und Alkalinität künftig erhöhen, wodurch auch die CO₂-Speicherung an Bedeutung gewinnen würde.

Unsicherheiten bestehen zudem hinsichtlich möglicher Veränderungen im Humushaushalt sowie standortspezifischer Prozesse wie Stofftransport und Bodenreaktionen. Diese konnten aufgrund des begrenzten Versuchsumfangs nicht abschließend geklärt werden. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf eine erhöhte Dynamik im organischen Kohlenstoffumsatz. Ob dies zu einer verstärkten Bildung mineralassoziierter organischer Substanz führt, bleibt je-

doch offen.

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