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Anpassungsfähigkeit von Salmoniden an höhere Wassertemperaturen
Dieser Bericht stellt eine Zusammenfassung eines mehrjährigen Forschungsprojekts dar, das sich mit der Temperaturanpassung von Salmoniden befasst. Es wurde an zwei wichtigen Aquakulturfischen, der Regenbogenforelle und am Bachsaibling durchgeführt. Zusätzlich wurde auch die Bachforelle miteinbezogen. Wachstum, Sauerstoffverbrauch, Energiereserven, Blutzusammensetzung und Ausscheidungen der Fische wurden bei einer Akklimatisierungstemperatur von 10°C und bei 20°C untersucht. Bei langsamer Temperaturerhöhung und unter optimalen Haltungsbedingungen konnten sich alle untersuchten Arten an Temperaturen von 20°C längerfristig anpassen. Der „normale“ diploide Bachsaibling zeigt das höchste Anpassungspotential, gefolgt von der Regenbogenforelle und der Bachforelle. Triploide Bachsaiblinge weisen die geringsten Anpassungsreaktionen auf. Die wichtigsten Anpassungsprozesse an erhöhte Wassertemperaturen betreffen die Stoffwechselrate und die Größe der roten Blutkörperchen, die die Sauerstoffaufnahme- und Kohlendioxidabgabekapazität bestimmt. Alle Anpassungsmechanismen sind längerfristige Prozesse, da die Fische mehrere Wochen benötigen, um sich auf die veränderten Temperaturbedingungen einzustellen. In der Anpassungsphase an erhöhte Wassertemperaturen haben die Fische einen sehr hohen Energiebedarf, was zu einer starken Abnahme der Energiespeicher führt. Der Verlust an Energiereserven macht die Fische für zusätzliche Stressfaktoren besonders empfindlich. Dieser Faktor wird als limitierend gesehen.